Zum Internationalen Frauentag am 8. März erklärt die Landesvorsitzende der Frauen Union Schleswig-Holstein, Cornelia Schmachtenberg:
„Seit 1911 steht der Internationale Frauentag für den entschlossenen Einsatz für Gleichberechtigung, Teilhabe und Selbstbestimmung von Frauen. Auch mehr als 100 Jahre später ist dieser Tag Mahnung und Auftrag zugleich. Vieles ist erreicht worden – doch echte Gleichstellung ist weder selbstverständlich noch abgeschlossen.
Frauen sind in politischen Entscheidungsprozessen und Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert. Gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher Herausforderungen ist es entscheidend, dass Frauen gleichberechtigt mitbestimmen und mitgestalten. Umso wichtiger ist es, dass Parlamente und Regierungen mit gutem Beispiel vorangehen. Dass in Schleswig-Holstein inzwischen mehr weibliche Ministerinnen als männliche Minister dem Kabinett angehören, ist ein starkes Signal – mit Vorbildcharakter und Strahlkraft weit über die Landesgrenzen hinaus. Sichtbare Verantwortung von Frauen in Spitzenämtern ermutigt junge Frauen und Mädchen, ihren Weg selbstbewusst zu gehen.
Zugleich bestehen strukturelle Ungleichheiten fort: Frauen leisten nach wie vor den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit, arbeiten häufiger in Teilzeit und verdienen im Durchschnitt weniger als Männer. Dies erhöht langfristig das Risiko von Altersarmut. Gleichstellungspolitik bedeutet deshalb auch, ökonomische Eigenständigkeit von Frauen konsequent zu stärken.
Besonders dringlich bleibt der Schutz vor Gewalt. Jede von Gewalt betroffene Frau ist eine zu viel. Studien zeigen, dass die überwiegende Zahl schwerer Gewalttaten gegen Frauen im sozialen Nahraum geschieht – häufig in bestehenden oder früheren Partnerschaften. Das eigene Zuhause darf kein Ort der Angst sein. Dennoch erleben viele Frauen genau diese Bedrohung. Es kann und darf nicht sein, dass Frauen sich in Beziehungen unsicher fühlen oder aus Furcht vor Gewalt schweigen.
In Schleswig-Holstein wurde in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht: Die finanzielle Ausstattung von Frauenhäusern und Beratungsstellen wurde verbessert, Schutzstrukturen wurden gestärkt und mit der Möglichkeit der elektronischen Fußfessel nach spanischem Modell stehen den Behörden zusätzliche Instrumente zur Verfügung, um gefährdete Frauen wirksamer zu schützen. Diese Maßnahmen sind wichtige Schritte, doch sie müssen kontinuierlich weiterentwickelt und bedarfsgerecht ausgebaut werden.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Internationalen Weltfrauentages steht der Grundsatz, dass das Recht von Frauen auf das höchstmögliche Maß an körperlicher und geistiger Gesundheit kein Randthema ist, sondern eine zentrale Voraussetzung für chancengerechte, widerstandsfähige und nachhaltige Gesellschaften. Frauen stellen 51 Prozent der Bevölkerung – ihre Gesundheit, Sicherheit und Teilhabe sind somit kein Spezialinteresse, sondern Fundament unserer Gemeinschaft.
Als Frauen Union Schleswig-Holstein stehen wir klar für eine Politik, die Gleichberechtigung nicht nur verspricht, sondern umsetzt. Gleichstellung ist kein Selbstläufer – sie braucht Einsatz, klare politische Prioritäten und den festen Willen, bestehende Ungleichheiten zu überwinden."
Verantwortlich:
Antonia Grage

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